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Wer wir sind und warum ausgerechnet wir zwei?

Vor vielen Jahren trug sich folgende Geschichte zu. Ich war blutjunge 18 oder 19 Jahre und hatte meine erste glückliche Zeit mit meiner Freundin. Diese brachte irgendwann den Martin mit zu mir nach Hause. Irgendetwas gab es zu feiern. Oder wir haben nur so gesoffen. Ich weiß nicht mehr genau. Martin erzählte und erzählte, obwohl ich längst sitzend eingeschlafen war. Dies war wohl der Beginn unserer wunderbar verblödeten Freundschaft.

Es brauchte nicht lange, dass wir zu dritt in eine WG zogen. Blöde Idee, wie sich heraus stellen sollte. Zuviel Nähe ist dann doch nicht so toll. Es kamen schwere Zeiten auf uns zu. Martin und ich hatten auch eine schwerwiegende Auseinandersetzung, die uns zwei Jahre Kontaktlosigkeit bescherte. Aber was soll ich sagen… in dieser Zeit waren wir nur halb. Was zusammen gehört, findet sich auch wieder. So kam die Zeit, in der sich wieder unsere Wege kreuzten und wir so ähnlich bescheuert waren wie nie zuvor. Wir führen immer noch „geistreiche“ Gespräche, in denen unsere Ideen entstehen. Wir finden witziges witzig, was eigentlich nicht witzig ist. Bei unseren Videos sind die Outtakes eigentlich am schönsten.


Wie kam es nun zu Villusionen jetze?

Villusionen setzt sich zusammen aus „Vision“ und „Illusion“. Egal, ob Texte, Fotografien oder Videos…. Es geht immer um eine Idee, ein Gedanke oder ein Gefühl, dass verwirklicht werden will. Damals stellte sich das Fotografieren als ein gemeinsames Hobby von uns heraus. Nebenbei schrieb ich Gedichte und Geschichten. Also hatte Martin diese Seite ins Leben gerufen. Damals stellte sie unsere Fotografien und ein paar Texte von mir dar. Was wir alles für ein gutes Foto in Kauf genommen haben. Am Leipziger Flughafen stundenlanges auf einem Feld sitzen, nur um ein Foto von einem landenden Flugzeug bei Sonnenuntergang zu bekommen. Auf dem Ochsenberg sitzen und die Burg Giebichenstein bei Nacht zu knipsen. Da hatten wir so viel Zeit, dass ich dem Martin den kompletten weiblichen Menstruationszyklus erklären konnte. Aus den Fotos wurde viele Jahre später das erste Video. „Song To The Siren“ entstand lediglich mit einer Kamera und Bier, kein Drehbuch nix. Einfach am See 20 Minuten Zeug gefilmt. Heute geht es kaum noch ohne 2 Kameras, Greenbox und Crew. Die Ansprüche sind gewachsen. Und die Ideen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Der Martin ist zuständig für das ganze technische Zeug, die Umsetzung, den Schnitt usw. und ich liefere die Kopfkinos. Oft krieg ich von Martin zu hören: „Geht nicht, kömmer nicht, hammer nicht, zu teuer!“. Naja, er holt mich immer auf den Boden zurück. Dennoch funktioniert unsere Symbiose wunderbar. Mit den Ergebnissen, die mit unseren bescheidenen Mitteln möglich sind, können wir uns zufrieden geben. Und wenn wir damit sogar noch von euch da draußen die Bestätigung bekommen, dass das, was wir machen, gut ist, dann werden wir auch noch 20 Jahren unsere kleinen Filmchen machen.