Stichtag
Statt bezaubernd
siehst du mich mittlerweile angewidert an
Deine teilnahmslosen Blicke verstopfen Blutbahnen
Und werfen scharfe Messer in meine Brust
Ich hab das Gefühl, als hätt ich mit Bronchitis geraucht
Statt in den höchsten Tönen
redest du nur noch abwertend von mir
Deine überflüssigen Worte sickern durch Gehörgänge
Und gießen den blühenden Kaktus in meinem Magen
Ich hab das Gefühl, als hätt ich etwas Scharfes gegessen
Statt vertrauter Zuneigung
feindest du mich inzwischen an
Deine unverkennbare Ablehnung vergiftet Organe
Und gebärt seltene Skorpione in meinem Bauch
Ich hab das Gefühl, als sei ich pestschwanger
Statt gemeinsame Erlebnisse zu würdigen
bin ich seither für selbige beliebig austauschbar
Deine nagenden Taten fressen sich durch Gewebe
Und mästen den tollwütigen Igel in meinem Herzen
Ich hab das Gefühl, als sei ein Nerv eingeklemmt
Statt deinen Namen rosarot auf jede freie Fläche zu schreiben
Ist er nunmehr der Inbegriff des Unverständlichen
Deine pure Benennung bohrt sich durch Hirnplatten
Und spannt den modrigen Stacheldraht in meinem Kopf
Ich hab das Gefühl, als führ ich Schädelkrieg
(… und verliere)
Euer Senf dazu
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